Online-Referat - «Wie Werbeagenturen in Fernsehserien und Filmen dargestellt werden – und was wir tatsächlich tun.»

Monday, 9 February 2015

Simon begrüsst den heutigen Referenten Lukas Schmid und stellt ihn kurz vor: Lukas Schmid ist ein erfolgreicher Werbetexter, voller Kreativität und Phantasie.

Lukas Schmid:

Lukas Schmid ist seit rund 20 Jahren in der Werbung tätig. Er textet für Plakate und Werbespots in Zeitungen, Radio und Fernsehen. In jungen Jahren absolvierte er ein Teilstudium in BWL. Eine eigentliche Texterausbildung gab es früher noch nicht.

Die Darstellung der Werbefachleuten in Medien, Filmen und Serien hat sehr wenig mit der Wirklichkeit zu tun. So werden zum Beispiel nicht dauernd Partys gefeiert oder Drogen konsumiert um kreativ zu sein. Alkohol ist ein schlechtes Mittel um Hemmungen abzusteifen. Im Gegenteil! Das beste Mittel sei ausgeschlafen zu sein, ev. Kaffee trinken und eine gute Laune!

Es werden auch keine ‘Psychotricks’ genutzt um sich in die Gehirne der Adressaten einzuschleichen. Es wird eher versucht originell zu sein, die Leute zu überraschen und zu unterhalten.

Die meiste Zeit verbringen Werber im Büro. Die besten Ideen entstehen nicht während eines Kundenmeetings. Werber nehmen ihre Kunden sehr ernst und versuchen sie zu verstehen. Die “lustige” Atmosphäre, wie in Filmen oft gezeigt, führt selten zu kreativen Ideen. Die besten Ideen hat der Werber allein oder in sehr kleinen Gruppen.

Lukas Schmid würde den Erfolg seiner Arbeit auch gerne messen und überprüfen lassen. In der Praxis ist das aber nicht so einfach.

Beispiele der Arbeit von Lukas Schmid:

-  Schweizer Käsesackmesser (mit TV Spots etc.)

-  Einzeltraining (Online-Trainer für KPT Versicherung)

-  Post: Vorstellungen der diversen Dienstleistungen (Plakate)

-  Post: ‘Der Swiss Kurier leert auch ihr Postfach’

-  Lungenliga: Schnarchen kann Ihre Gesundheit gefährden

-  www.kartoffel.ch (Rezeptsammlung)

-  Bern Mobil: Bewerbung von Dienstleistungen

-  Airport Bern: Flughafenbus

-  Novartis: stellt verschiedene Produkte vor

-  Chrysler: Autowerbung

-  Beobachter: Leserwerbung

-  Jelmoli:

-  Qualiflyer

-  Hat diverse Awards gewonnen

Diskussion:

Wird die Werbung durch das Datensammeln besser?

Antwort: Werbung ist wie flirten. Bessere Daten (Kenntnisse) machen nicht unbedingt erfolgreicher beim Flirten. Lukas Schmid glaubt nicht so daran.

Stress und Hektik: wie verträgt sich das mit Kreativität? Gibt es ein Rezept?

Antwort: Der Werbetexter muss nichts aus sich selber herausschöpfen, das ist einfacher im Vergleich zum Schreiben eines Buches. Man lernt auch an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten. Lukas Schmid schaut zudem viele andere Werbungen an.

Was wäre für Lukas Schmid eine interessante Firma, für die er gerne werben würde?

Antwort: Die Firma ist nicht wichtig, interessant ist die Herausforderung der Aufgabe. Der Kunde muss nicht unbedingt sexy sein. Lukas Schmid hat auch schon Aufträge abgelehnt (z.B. Zigaretten, Rüstung, Kleinkredite!)

Wie beeinflussen die neuen Medien einen Werbetexter?

Antwort: Online Werbung stört eigentlich und kommt in Umfragen schlecht weg. Ein Plakat ist weniger aufdringlich. Online Werbung funktioniert nur dann, wenn sie sehr subtil und diskret eingesetzt wird. Das meiste ist heute eher lästig.

Wie gross ist der Aufwand, z.B. bei der Sackmesserwerbung?

Antwort: Meistens hat man 2 – 4 Wochen Zeit. Grosse Aufträge dauern länger.

Wie macht man den Erfolg der Werbung messbar?

Antwort: Ist schwierig zu realisieren. Grössere Auftraggeber machen Kundenbefragungen.

Was ist sinnvoller, positive oder negative Werbung?

Antwort: grundsätzlich positive, bei gewissen Themen muss man die Leute aber aufrütteln.

Wie sollen wir Werbung für unsere Make Up’s machen? Google AdWords ist für uns zu teuer.

Antwort: Mund zu Mund Propaganda (gilt für alle “kleinen” Kunden) ist immer ein guter Tipp.

Wir danken Lukas Schmid für den Einblick in die Werbebranche und seinen tollen Vortrag!

Markus Bertet