Armut in Zürich - jammern auf hohem Niveau? mit Max Elmiger, Caritas Zürich

Montag, 3. November 2014

Armut in Zürich - jammern auf hohem Niveau?

Max Elmiger, Direktor Caritas Zürich, lic. Theologie und Personalmanagement NDS

Studium der Theologie, Jugend- und Pfarreiarbeit im Bistum St. Gallen, Entwicklungsarbeit in Peru, seit 9 Jahren Leiter der Caritas Zürich.

Der Vortrag beginnt eindrücklich mit dem Gegenteil von Armut: Übergewicht - ein Problem in unserer Gesellschaft, welches den Wohlstand verdeutlicht und gleichzeitig aufzeigt, dass eine gesunde Ernährung nicht immer gewährleistet ist. Es ist erschreckend gleichzeitig zu erfahren, dass vor allem bei Kindern das Übergewicht zunimmt. Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig.

Max Elmiger zeigt sehr deutlich auf, dass die Bildung ein Massstab für Armut sein kann. Umso höher die Bildung, umso geringer die Wahrscheinlichkeit von der Armut betroffen zu sein.

Wie ist die Situation in der Schweiz?

Primarschule 1921 – Armut wird in dieser Zeit mit alleinerziehenden Müttern und Verdingkindern in Verbindung gebracht. Aussagen von Zeitzeugen bestätigen, dass der Unterschied zwischen Armut und „Normalität“ nicht so gross war.

Primarschule 2011 - Es gibt weniger Kinder in der Klasse und die Klassen sind mit unterschiedlichen Nationen durchmischt. In der Regel wird die Migration als Grund für Armut angenommen. Dies ist aber nur ein kleiner Teil, aber das höchste Risiko ist immer noch bei alleinerziehenden Müttern. Das Thema „Alleinerziehung“ ist aktuell in unserer Gesellschaft besser akzeptiert. Grössere Armutsrisiken sind: Bruch der Ehe/Familie, das Geld reicht nicht für zwei Haushalte, es muss mehr gearbeitet und es bleibt weniger Zeit für die Familie.

Was bedeutet Armut in Zahlen?

Jede 7. Person in CH kann sich nicht vollumfänglich selbst finanzieren. ZH: jede 14. Person (ca. 100‘000 Personen), 40 % beanspruchen die Sozialhilfe nicht. Sie gehören teilweise zu den „working poor“, welche bei einem Niedriglohn nur auf Abruf arbeiten können bzw. keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen, da der Aufenthaltsstaus in Gefahr ist. Sozialhilfe darf deshalb nicht mit „Schmarotzer“ gleichgesetzt werden. Es gibt sicher Einzelfälle, aber der Grossteil benötigt die Sozialhilfe um über die Runden zu kommen.

Was macht die Caritas gegen die Armut?

Das Ziel ist hier bedürftige Menschen temporär zu unterstützen, damit sie der Armut „entfliehen“ können und ein selbständiges Leben führen können.

Projekte:

incluso – Unterstützung von Lehrlingen durch berufstätige Mentoren

Secondhand-Läden: Kleider werden gespendet und durch die Caritas verkauft. Sandra Hürlimann (Frau von Simon Hürlimann) leitet die acht Läden im Kanton ZH. http://www.caritas-secondhand.ch/

 – Schaut vorbei und macht euch selbst ein Bild von den schönen Boutiquen und den tollen Kleidern.

Beratung/Kooperation mit ROKJ im Kanton Zürich

Wer am Samstag in Zürich ist, darf gerne vorbeischauen ……….

Reitergasse-Fest (Secondhand, Caritas-Markt, Kulturlegi) am 08.11. -  11-18 Uhr

F. Krötz